Atheisten: Respekt für die unterschiedlichen Religionen?

Religionen – und damit der Theismus – werden wohl nicht in allernächster Zeit verschwinden. Dies wäre weder realistisch noch generell wünschenswert. Anerkennung von Religionen bedeutet nun aber nicht, durch Religion verursachten Hass, Gewalt und Intoleranz anzuerkennen. Toleranz heisst hier lediglich – keine persönlichen Angriffe, sachliche Diskussionen.

‘Achtung’ vor der Religion kann auch nicht heissen, auf alles, was Teil dieser Religion ist, Rücksicht zu nehmen. Für die falschen Aussagen einer Religion ist weder Rücksicht noch Anerkennung angebracht.

Jedem steht seine eigene Weltsicht zu. Solange dies nicht mit missionarischem Eifer auf alle übertragen werden soll, und solange keine Aussagen enthalten sind, die andere Menschen verletzen (teilweise sowohl körperlich als auch geistig), ist auch nichts dagegen zu sagen. Jeder so, wie er gerne glücklich werden will.

Nicht erwartet werden kann allerdings seitens der Religionen bzw. Kirchen: Unterwerfung und Ehrfurcht vor Dingen, die aktiv Menschen Schaden zufügen oder aktiv Menschen verletzen und demütigen. Und dafür gibt es Beispiele genug.

Für manche – Christen beispielsweise – ist es anscheinend immer noch neu: es wird Kritik geübt. Sie werden sich daran gewöhnen müssen. Wobei – bei Gesprächen mit manchen Christen wird auch deutlich, dass nicht jeder mit den Dogmen der Kirche einverstanden ist.

Möglicherweise ist die zurückgehende Zahl von Kirchenmitgliedern auf solche Differenzen zurückzuführen. Differenzen zwischen einem Weltbild vor 2000 Jahren und einem Weltbild von heute. Und häufig starrsinniges festhalten an geschriebenen ‘Wahrheiten’. Die ‘Wirklichkeit’ entfernt sich immer schneller von den geschriebenen Wahrheiten. Und die meisten Menschen spüren dies auch. Es macht wenig Sinn – als kleines Beispiel – daran festzuhalten, der Hase sei ein Wiederkäuer. Die Beobachtungen vor Tausenden von Jahren waren nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Manches konnten die Menschen der damaligen Zeit nicht Wissen. Das ist weder schlimm noch in irgendeiner Weise verwerflich.

Verwerflich allerdings ist das Festhalten an falschen Aussagen und Vorstellungen. Von denen man weiss, dass sie falsch sind. Wo durch Wortverdrehungen, Auslassungen und alle möglichen rhetorischen Tricks versucht werden soll, die Wahrheit zu Verdrehen. Hier ist keine Achtung angebracht. Eher im Gegenteil…

Persönlich gehe ich nicht von eine Zukunft ohne Religionen aus. Viele brauchen Ihren Gott als Halt im Leben. Die immerfort währende Suche nach dem ‘Sinn des Lebens’. Wobei ich doch als Mensch nicht auf eine göttliche Erleuchtung warten kann, was denn dieser Sinn des Lebens sei. Ich muss meinem Leben schon selbst einen Sinn geben. Duch das, was ich bin. Und durch das was ich tue.

Also streiten wir an vielen Stellen für Wissen statt Dogma. Leise wenn möglich – und laut wenn nötig. Macht Sinn!

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